Warum Nein-Sager die wahren Ja-Sager sind

Wellness bedeutet nicht, sich hin und wieder eine Massage zu gönnen und sich mal eine Auszeit zu nehmen. Sondern Wellness ist, was der eigenen physischen und mentalen Gesundheit gut tut.

Welche Übungen oder Rituale einem gut tun, ist sehr individuell. In meinem Fall gehört dazu: Gesunde Ernährung, genügend Schlaf, regelmäßige Bewegung, regelmäßiges Stretching oder Yoga, eine gesunde Struktur meines Tages und meiner Woche, Stressvermeidung, gesunde Beziehungen, regelmäßige Auszeiten für kreative Arbeit, Zeit für Langeweile, Selbstliebe.

Solltest du noch nicht wissen, was dir gut tut, empfehle ich dir, einfach mal auszuprobieren. Dabei solltest du die Dinge aber immer über mehrere Wochen austesten. Nur, wenn du etwas über einen längeren Zeitraum ausgetestet hast, wirst du spüren, ob es dir in deinem Leben gut tut oder nicht.

Es gibt viele tolle Bücher und Podcasts zum Thema Wellness, Gesundheit, mentaler Stärke. Es ist genügend Material vorhanden, um sich inspirieren zu lassen und die eine oder andere Sache auszuprobieren. Sei dabei nicht ungeduldig. Integriere nicht gleich 10 Dinge in dein Leben, sondern teste sie lieber eins nach dem anderen. Ein zu großer Ehrgeiz könnte zu vermeidbarem Stress führen.

Stress haben wir alle. Ein komplett stressfreies Leben ist für jemandem mit einem normalen Job und einem sozialen Umfeld kaum erreichbar. Die Hauptaufgabe von Wellness liegt daher meiner Meinung nach darin, das eigene Leben so zu strukturieren, dass der Stress nicht Überhand nimmt. Stattdessen wollen wir versuchen, unser Leben mit regelmäßigen Ritualen und Übungen zu versehen, die es uns erleichtern, Abstand zu nehmen, zu uns zu finden, abzuschalten und aufzuatmen.

Die Herausforderung liegt nicht darin, herauszufinden, was einem gut tut, sondern Zeiten für Wellness zu schaffen. Auch ich hatte Schwierigkeiten, mir Zeit für meine Rituale und Übungen zu nehmen. Nach der Arbeit treffe ich mich oft mit meinem Partner oder mit Freunden und finde daher abends selten Zeit dafür.

Ich habe lernen müssen, meine Auszeiten zu priorisieren. Daher stehe ich seit Anfang Januar 1,5 Stunden früher auf und nutze die gewonnene Zeit am Morgen für mich. Außerdem achte ich darauf, dass mein Kalender nicht zu voll wird. An mindestens zwei Abenden in der Woche versuche ich einfach daheim zu sein und keine Pläne zu haben. Freunde müssen nun auch mal 1-2 Wochen warten, bis sie mich sehen können. Immer wieder fühle ich in mich hinein und stelle mir die Frage, ob mir alles mit der einen zusätzlichen Veranstaltung nicht zu viel wird. Ich sage auch mal eine Verabredung ab und treffe mich lieber eine Woche später mit jemandem, wenn ich merke, dass ich diese Zeit für mich brauche. Außerdem versuche ich, regelmäßig freie Wochenende zu haben, an denen ich weder verreise noch Besuch bekomme.

Nein zu sagen ist schwierig. Wir wollen alle am liebsten so viel wie nur irgendwie möglich erleben. You only live once, right? Ich habe lernen müssen, mir die Dinge herauszusuchen, die mir wirklich wichtig sind, und zum Rest entschieden Nein zu sagen. Nein zu manchen Dingen zu sagen bedeutet nämlich Ja zu anderen Dingen zu sagen. Ich sage Nein zu Freizeitstress, zu zu vielen Plänen und einem zu vollen Kalender, damit ich laut Ja zu wirklicher Frei-Zeit, zu meiner Wellness und meiner Gesundheit sagen kann. Eigentlich sind Nein-Sager die, die gelernt haben, ihre Prioritäten richtig zu setzen. Nein-Sager sind die wahren Ja-Sager.

Was ist wichtiger? Du, deine Gesundheit und dein Glück, oder dass du auf allen Parties tanzt, nichts verpasst, und bei allem dabei bist?

Mein Tipp: Finde heraus, welche Prioritäten für dich die richtigen sind! Überlege dir, zu welchen Tageszeiten du dir am besten Zeiten für dich schaffen kannst. Das könnte jeden Abend sein. Ein Stunde vor dem Zu Bett Gehen schaltest du dein Handy aus, stellst dir deinen Wecker und nutzt diese Stunde für alle deine Übungen. Oder es könnte morgens nach dem Aufstehen sein. Du stellst deinen Wecker früher und nutzt die gewonnene Zeit, um dich in aller Ruhe dir selbst zu widmen. Sag Nein zu allem, was deinen Wellness-Plänen in den Weg kommt. Lerne, Alternativtermine vorzuschlagen. Werde ein Nein-Sager!

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