Zero Waste (Teil I) – Beginne in deinem Badezimmer!

Eine Freundin von mir begann ihre Reise ins Plastikfreie Leben damit, komplizierte Rezepte für Cremes und andere Kosmetikprodukte im Internet zu suchen und viel Geld für Dinge wie Sheabutter, Kokosöl, ätherische Öle und mehr auszugeben. Für sie war das der richtige Einstieg in das Thema, denn das Kochen und Ausprobieren machte ihr Spaß.

Ich hingegen bin dafür zu faul. Verpackungsmüll zu vermeiden ist mir wichtig, aber es soll einfach und praktisch sein. Ich bin nicht bereit, stundenlang in der Küche zu stehen, nur damit ich einen Ersatz für mein Deo habe.

Falls dir das genauso geht, werden dir die folgenden ganz leicht umsetzbaren Tipps, wie du einige Kosmetikprodukte ersetzen durch plastikfreie Alternativen ersetzen kannst, gefallen.

  1. Kein Mensch braucht Bodylotions, Feuchtigkeitscremes und Antifaltencremes.

Statt viel Geld für diese Luxusgüter im Drogeriemarkt zu lassen und letztendlich genauso wenig Falten zu haben wie jeder andere auch, lassen sich alle Pflegecremes für Gesicht und Körper durch Pflanzenöle ersetzen.

Olivenöl, Mandelöl und Kokosöl bekommst du in jedem Biomarkt. Diese fülle ich mir in eine kleine Flasche ab und füge einige Tropfen ätherischen Öls hinzu, damit es gut riecht. Am besten gefallen mir Lavendel, Rosen, und Ylang Ylang.

Welches Pflanzenöl zu deinem Hauttyp passt, merkst du schnell. Ich habe ganz zu Beginn Kokosöl benutzt, doch der Geruch hat mir nicht gefallen. Mandelöl ist für meine trockene Haut nicht fettend genug. Olivenöl passt für mich perfekt. Das benutze ich im Gesicht und am ganzen Körper.

Ein toller Nebeneffekt ist auch, dass ich auf Reisen nur noch ein kleines Fläschchen dabei habe und nicht 2 verschiedene Cremes plus Bodylotion. Und auch im Badezimmer stehen weniger Produkte rum.

2. Öle lassen sich auch prima zum Abschminken benutzen.

Ich schminke mich zwar seit mehreren Jahren nicht mehr, doch für alle, die abends die Mascara von den Augen bekommen wollen, eignet sich das selbstgemachte Gesichtsöl hervorragend. Und du sparst dir sogar einen Pflegeschritt: Viele Abschminkcremes trocknen die Haut aus, weswegen man sich danach erst noch eincremen muss. Wenn du dich mit Öl abschminkst, ist dein Gesicht danach schon eingeölt und voller Feuchtigkeit.

So gehts: Etwas Öl in den Händen verteilen und direkt im ganzen Gesicht einmassieren, inklusive den Augen. Dann ein Wattepad (oder umweltfreundlicher: einen wiederverwendbaren Schwamm) anfeuchten und damit das Gesicht reinigen. Normalerweise bleibt genug Öl auf der Haut, um dieser Feuchtigkeit zu spenden.

3. Shampoo durch Haarseife ersetzen.

Haarseifen schäumen genauso toll wie Shampoo, kommen aber ohne Plastikverpackung. Die gibts beim Unverpacktladen, im Internet, oder auch bei Lush. Die Haarseifen einfach direkt auf den nassen Kopf reiben, den Schaum im Haar verteilen, auswaschen – fertig!

Bei den Haarseifen gibt es große Qualitätsunterschiede, wie bei normalen Shampoos auch. Die Shampoos von Lush sind zum Beispiel vegan und tierversuchsfrei, doch sie enthalten Stoffe, die in naturkosmetischen Produkten nicht enthalten sein dürften. Deswegen kaufe ich meine Haarseife jetzt wieder bei meinem lokalen Unverpacktladen. Die Haarseifen schäumen zwar nicht so toll, weil keine chemischen Tenside enthalten sind, aber sind dafür nachhaltiger hergestellt.

Übrigens: Ob das Shampoo schäumt gibt keine Auskunft darüber, wie gut es deine Haare reinigt!

4. Duschgel durch herkömmliche Seifen ersetzen.

Geh einfach mal in einen gut sortierten Bioladen oder in den Drogeriemarkt und schau dir an, wie viele Seifen es dort gibt! Seifen kaufen macht genauso viel Spaß wie Duschgel kaufen. Da gibt es so viele Geruchsrichtungen, Seifen mit Honig, Seifen aus Olivenöl, Rückfettende Seifen, Seifenpeelings, Blütenseifen, Seifen fürs Gesicht, und und und.

Viele Seifen schäumen auch toll und halten noch dazu deutlich länger als herkömmliche Duschgels. Abgesehen davon sind sie spottbillig und oftmals nur in Papier verpackt.

5. Feste Seife für die Hände benutzen.

Flüssigseife braucht eigentlich kein Mensch. Neben meinem Waschbecken steht eine Seifenschale mit 4-5 unterschiedlichen Seifen. Das sieht nett aus und ich kann mir meine Hande immer mit dem Geruch waschen, auf den ich gerade Lust habe. Auch in der Dusche liegen bei mir 2-3 unterschiedliche Seifen. So macht Sauberkeit Spaß!

6. Conditioner? Wozu??

Ich wurde im Glaube aufgezogen, dass man ohne Conditioner niemals lange Haare nach dem Waschen durchkämmen kann. Dann fand ich einfach keine gute plastikfreie Alternative zu diesem Produkte und versuchte es einfach mal ohne. Ich fand heraus, dass die Anzahl Knoten nach dem Haarewaschen vor allem mit der „Waschtechnik“ zusammenhängt.

Wer sich das Shampoo wild auf dem Kopf verteilt und dabei auch die Haare in alle Richtung wischt bekommt davon natürlich Knoten. Stattdessen kann man sich aber auch das Shampoo durch die Haare „kämmen“. Ich verteile das Shampoo meist nur am Ansatz, schäume es dort etwas auf, und kämme es dann mit den Fingern durch die Haare bis zu den Spitzen.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Haare noch zusätzlich leichter durchkämmbar werden, wenn ich sie nach dem Duschen noch kurz mit kühlem Wasser durchbrause.

Auch Haarkuren benutze ich keine mehr. Interessanterweise habe ich noch nie so wenig Spliss und trockene Enden gehabt wie jetzt. Ich achte stattdessen darauf, die Haare so selten wie möglich zu waschen und möglichst erst, wenn diese wirklich fettig sind. Der eigene Talg schützt die Haare meines Erachtens besser als jedes künstliche Pflegeprodukt. Manchmal bekommen sie außerdem über Nacht eine Ladung Olivenöl einmassiert.

7. Zahnbürsten mit austauschbarem Kopf kaufen.

Anstatt immer wieder die komplette Plastikzahnbürste auszutauschen gibt es einige Hersteller von Zahnbürsten, bei denen auch nur der Borstenkopf ausgetauscht werden kann. Die brauchen als Vorrat weniger Platz und produzieren weniger Müll.

Ganz plastikfrei geht es mit Holzzahnbürsten. Die habe ich schon im Biomarkt und beim Unverpacktladen gesehen.

8. Natron wirkt besser als jedes Deo.

Dass Deomarken immer noch damit werben dürfen, ihr Deo hätte eine Wirksamkeit für die nächsten 48 Stunden, ist mir ein Rätsel. Da müsste eigentlich 4,8 Stunden stehen. Oder noch weniger!

Seitdem ich selbstgemachte Deos aus Natron verwende, habe ich zum ersten mal das Gefühl, dass mein Deo auch eine Wirkung hat. Natron ist ein Haushaltsmittel, dass so gut wie nichts kostet und eine geruchsneutralisierende Wirkung hat. Mein Freund macht mir aus Kokosfett, Bienenwachs, ätherischem Zitronenöl und Natron eine Creme, die ich mir unter die Achseln schmiere. Riecht toll – auch am Ende des Tages.

Im Internet gibt es ganz viele Rezepte für Natron-Deos – als Spray, als Creme, für den Deo-Roller. Einfach mal googlen und das richtige für dich raussuchen.

9. Die einfachen Dinge als erstes austauschen.

Manche Kosmetik- oder Hygieneprodukte sind bei mir bis heute nicht plastikfrei. Dazu gehört zum Beispiel meine Zahnpaste. Obwohl es im Unverpacktladen eine Alternative gibt, bleibe ich bisher bei meiner B12-Zahnpasta von Sante, weil ich so auf die B12 Präparate verzichten kann, auf die ich wegen meiner veganen Ernährungsweise angewiesen bin. Außerdem benutze ich weiterhin Sonnencreme in Plastikflaschen, weil es dafür keine Alternative gibt.

Doch sich daran aufzuhalten finde ich falsch. Am besten, man fängt mit den Dingen an, die einem am leichtesten fallen. Ansonsten gibt man zu schnell auf.

Welche Tipps fürs plastikfreie Badezimmer hast du? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Eure Sarina

 

4 Gedanken zu “Zero Waste (Teil I) – Beginne in deinem Badezimmer!

  1. Liebe Sarina! Vielen Dank für deine Tipps! Ich habe auch komplett umgestellt und finde es im Badezimmer besonders einfach zum Starten. Seife statt Duschgel, Bambuszahnbürste, etc. Gesichtscreme habe ich jetzt in diesem heißen Sommer komplett weggelassen. Liebe Grüße von Nicole, einfachnachhaltig.net

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  2. Hui, einige klasse Tipps gut zusammengefasst.
    Das Natrondeo wollte ich auch schon ewig mal ausprobieren.
    Wie machst du das mit den Ölen auf deiner Haut und deiner Umwelt? Ich ärgere mich immer, dass ich gefühlt danach großflächig alles einfette…

    Gefällt mir

    1. Hallo, danke für deinen Kommentar! Schön, dass dir der Artikel gefällt.
      Ich habe für mein Hautöl einmal so eine kleine Ölflasche bei Rewe gekauft. Von Mazola heißt die Marke glaube ich gibt es so kleine 0,25l Fläschchen, da ist das dosieren etwas einfacher als mit der 1l-Flasche. Mein Freund hat das aber noch cleverer gelöst und sich so kleine Sprühfläschchen gekauft, die er immer wieder auffüllt. Das funktioniert auch sehr gut.
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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