Frühaufsteher sind vor allem eines: Diszipliniert

Ich glaube, dass es ein Mythos ist, dass manche Menschen natürliche Frühaufsteher sind und andere Nachteulen. Ich glaube, dass wir uns selbst nicht ausgeliefert sind, sondern selbst entscheiden können, was und wie wir sein wollen. Und ich glaube, dass viel zu viele Leute unterschätzen, was es bedeutet, ausgeschlafen zu sein.

Es ist kein Zufall, dass so viele erfolgreiche Menschen sehr früh morgens aufstehen. Irgendwann zwischen 3 und 5 Uhr morgens klingelt der Wecker. Diese Menschen haben aber kein besondere Gen, das es ihnen vereinfacht, so früh aufzustehen. Diese Menschen unterscheiden sich vom Normalo-Mein-Wecker-klingt-dann-wenn-ich-aufstehen-muss-um-rechtzeitig-zur-Arbeit-zu-fahren eigentlich nur in zwei Dingen: In ihrer Disziplin und in ihrer Prioritätensetzung.

Der Mythos, dass es Frühaufsteher und Nachteulen gäbe, ist meiner Meinung nach so populär geworden, weil er eine bequeme Ausrede ist. Es fällt uns leichter, zuzugeben, dass wir Probleme haben, morgens früh aufzustehen, weil wir eben keine natürlichen Frühaufsteher sind. Gäbe es den Mythos nicht, müssten wir uns eingestehen, dass wir lediglich nicht diszipliniert genug sind, abends zu lange wach bleiben und lieber noch eine Folge auf Netflix schauen, und daher morgens nicht aus den Federn kommen.

Wie oft höre ich Freunde sagen: „Ich würde ja schon gerne früher aufstehen, aber abends bin ich einfach nicht vor 23 Uhr müde.“ Was ich da raushöre, ist: „Ich würde eigentlich gerne früher aufstehen, aber es ist mir nicht wirklich wichtig. Deswegen nehme ich es nicht in Kauf, mal ein paar Tage früh aufzustehen und müde zu sein und es zu akzeptieren, dass es etwas dauert, bis der Schlafrythmus sich anpasst.“ Wer einmal eine Woche lang konstant um 5 Uhr morgens aufgestanden bist, der wird sehr wahrscheinlich schon nach mehreren Tagen auch vor 23 Uhr müde genug sein, um ins Bett gehen zu können. Dazu gehört aber Disziplin und der Wille, wirklich was zu ändern. Es ist also eine Frage der Prioritätensetzung.

Meine These bestätigt sich auf Reisen in andere Zeitzonen. Wer nach Asien fliegt, hat auch mehrere Tage Jetlag. Der Körper braucht etwas Zeit, um sich anzupassen. Deswegen sind wir in den ersten Tagen müde und schlapp. Das Prinzip bleibt das gleiche, wenn man seinen Schlafrythmus in derselben Zeitzone anpassen möchte. Es dauert einfach ein paar Tage, bis der Körper sich daran gewöhnt.

Wenn du also schon seit langer Zeit zum Frühaufsteher mutieren wolltest, dann solltest du dir zwei Dinge eingestehen:

  • Ich kann früh aufstehen, wenn ich das will.
  • Ich war bisher einfach nicht diszipliniert genug.

Nachdem du jetzt ehrlich zu dir bist, kannst du dir überlegen, wann du gerne aufstehen möchtest. Mein Wecker klingelt im Winter zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr morgens und ich muss gegen 7 Uhr anfangen, mich fürs Büro fertig zu machen. So habe jeden Morgen mindestens eine Stunde Zeit für mich und meine Hobbies.

Dann solltest du dir klar machen, wann du abends im Bett liegen solltest. Wir brauchen alle, wirklich alle, unsere 8 Stunden Schlaf. Für die meisten von uns reichen auch 7 Stunden, um einigermaßen durch den Tag zu kommen, einen akzeptablen Job im Büro hinzulegen und die Augenringe eben mit etwas Conceiler zu überdecken. Aber möchtest du dich nicht auch wirklich ausgeschlafen fühlen? Möchtest du nicht auch in der Lage sein, dich richtig zu konzentrieren, effektiver zu arbeiten, und Höchstleistungen zu bringen?

Mach deinen Schlaf zu deiner Priorität und es wird dein Leben verändern.

Hör auf, dir vorzumachen, dass weniger Schlaf würde dir reichen. Sei endlich ehrlich zu dir. Priorisiere deine psychische Gesundheit und deine Leistungsfähigkeit.

In meinem Fall bedeutet das, dass ich abends gegen 21 Uhr in mein Bett gehe und mich dann nur noch mit Dingen beschäftige, die mir das Einschlafen erleichtern. Das bedeutet konkret: Handy auf Flugmodus und außer Reichweite, keine sonstigen elektronischen Geräte, Filme schaue ich nur bis 21 Uhr, danach nicht mehr, kein Fernseher, kein Sport. Stattdessen: Ein gutes Buch, Kuscheln mit dem Partner, Atemübungen, Herunterkommen, Abschalten. Gegen 21.30 Uhr schalte ich die Lampe an meinem Bett aus und versuche zu schlafen.

Ich hatte immer Probleme mit dem Einschlafen. Doch das abendliche Digital-Fasten und Herunterkommen erleichtern es mir. Doch auch die Art und Weise, wie ich aufstehe, hat Auswirkungen auf die Qualität meines Schlafes und wie schnell ich abends einschlafen kann. Ganz wichtig ist dabei, sich das Snoozen abzutrainieren. Durch das morgendliche Ritual des Aufwachens durch den Wecker, Snooze-Taste drückens, Wiedereinschlafens, und Wiederaufwachens, verwirren wir unsere Körper. Das kann dazu führen, dass wir weniger Tiefschlafphasen haben oder Probleme mit dem Einschlafen bekommen. Deswegen: Nur einen Wecker stellen. Wenn dieser klingelt, ist es Zeit, aufzustehen.

Zusammengefasst funktioniert das mit dem Früh Aufstehen anhand folgender Regeln auch bei dir:

  1. Früh Aufstehen beginnt mit dem Früh ins Bett Gehen. Gestalte deinen Abend und deine Planungen so, dass du problemlos zu einer angemessenen Zeit zu Bett gehen kannst.
  2. Stehe mindestens eine Woche lang immer zur selben Zeit auf, egal wie müde du bist. Nur dann wirst du dich an den neuen Rythmus gewöhnen und abends auch früh ins Bett gehen können.
  3. Mache Schlaf zu deiner Priorität.
  4. Hör auf, Ausreden zu erfinden und gestehe dir ein, dass es vor allem Disziplin und die richtige Prioritätensetzung braucht, um seinen Schlafrythmus zu ändern.
  5. Stelle dir nur einen Wecker und nutze die Snooze-Taste nicht.

Im Sommer schlafe ich übrigens länger. Das liegt daran, dass meine Prioritäten im Sommer anders sind. Während des Sommers liebe ich die warmen Abende, Freunde draußen zu treffen, und auch unter der Woche viele sozialen Aktivitäten zu unternehmen. Im Winter mache ich davon abends weniger. Da es so früh dunkel wird, macht es gefühlt keinen Unterschied, ob ich um 21 oder um 23 Uhr ins Bett gehe. Dafür genieße ich meine morgendliche Freizeit, um regelmäßig Yoga zu machen oder an einem Blogartikel zu schreiben. Oder einfach bei einer Tasse Kaffee ein paar Seiten in einem Buch oder im E-Paper zu lesen.

Deswegen habe ich für morgen meinen Wecker auf 5.30 Uhr gestellt.

Liebe Grüße

Eure Sarina

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