Manchmal nimmt das Leben einem die Entscheidung ab

Nachdem mein Partner vor 3 Monaten seine Heimatstadt und sein Heimatland hinter sich gelassen hat und in meiner Stadt einen Job begonnen hat, um bei mir sein zu können, hat unsere Fernbeziehung endlich ein Ende. Seitdem wohnen wir zwar in getrennten Wohnungen, aber in derselben Stadt.

Da er nur ein Zimmer zur Zwischenmiete hat, kam schnell die Frage auf, ob wir Ende des Jahres zusammenziehen wollen. Er wollte unbedingt. Ich eher nicht. Für mich fühlte es sich zu früh an. Außerdem wohnte ich erst seit einem Jahr in meinem WG-Zimmer und fühlte mich dort sehr wohl. Nach vielen Diskussionen gab er sich geschlagen und willigte ein, sich nochmal für ein Jahr eine WG zu suchen. Der Plan war, im Herbst 2020 eine gemeinsame Wohnung zu suchen.

Dann kam alles anders. Eine Woche, nachdem wir uns endlich darauf geeinigt hatten mit dem gemeinsamen Heim noch etwas zu warten, bat mich meine Mitbewohnerin plötzlich, zeitnah aus ihrer Wohnung auszuziehen.  Über die Gründe soll es in diesem Blogartikel nicht gehen, doch wie ihr euch vorstellen könnt, löste die Nachricht ein kleines Gefühlschaos bei mir aus.

Kennt ihr das Gefühl, wenn man einen Plan gemacht hat und sich mit diesem pudelwohl fühlt und dann kommt plötzlich alles anders? Ehrlich gesagt fühlte ich mich vor allem enttäuscht, weil ich nicht bekommen sollte, was ich mir da so schön ausgedacht hatte. Denn da nun sowohl ich als auch mein Partner auf der Suche nach einer Bleibe waren, macht es schlichtweg Sinn, gemeinsam nach einer Wohnung zu suchen und eben doch sofort zusammenzuziehen.

Das Leben nahm mir meine Entscheidung ab, wann der richtige Zeitpunkt zum Zusammenziehen war. Anscheinend jetzt.

Die ganze Situation fühlte sich fremdbestimmt an. Ich hatte nicht selbst entschieden, wann der richtige Zeitpunkt ist. Die Umstände und meine ehemalige Mitbewohnerin hatten das für mich entschieden.

Die Kunst ist, sich in solchen Situationen nicht mit den Geschehnissen aufzuhalten, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nach Vorne zu schauen.

War meine Situation schlimm? Nein.

Änderte sich für mich wirklich so viel? Nein. Zusammenziehen wollten wir eh. Jetzt eben einfach früher als geplant.

Ich hörte auf, mich aufzuregen, und begann, an die Zukunft zu denken. Ich stürzte mich in die Wohnungssuche. Innerhalb von 2 Wochen und 7 Wohnungsbesichtigungen später hatten wir die Zusagen zu einer wunderschönen Wohnung mitten im Grünen, in perfekter Lage. Alles in allem ist die Wohnung sogar noch schöner als meine ehemalige WG und ein echter Glücksgriff.

Ich freue mich riesig darauf, bald dort einzuziehen und gemeinsam mit meinem Partner ein gemeinsames Zuhause einzurichten. Und ich freue mich jetzt auch richtig darauf, eine eigene Wohnung zu haben, wo wir uns unsere eigenen Regeln definieren können. Ich freue mich riesig auf die gemeinsame Zeit und auf den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Morgen werden wir den Mietvertrag unterschreiben gehen. Von den negativen Gefühlen ist nichts geblieben.

Liebe Grüße

eure Sarina

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