Bücherschau: Der Apfelsammler von Anja Jonuleit

Während ich während des Studiums kaum las, bin ich in den letzten zwei Jahren wieder ganz auf den Geschmack gekommen. Schon als Teenager verbrachte ich am liebsten stundenlang damit, die Nase zwischen die Seiten eines fetten Schmökers zu stecken. Mein Buchgeschmack hat sich über die Jahre kaum verändert: Ich liebe immer noch dicke Romane, historische Romane, Fantasy, Science Fiction, spannende Geschichten, am liebsten über starke Frauen, Sachbücher, und hin und wieder ein leichtes, seichtes Sommerbuch.

Ich finde es bewundernswert, dass es ganze Instagram-Accounts gibt, die sich nur dem Lesen widmen. Die Kritiken, die man dort liest, sind kurz und prägnant. Die schönen Bilder voller Buchseiten, Kaffeetassen und Katzen vor dem Buchregal stecken an. Am liebsten will man gleich auch so einen Instagram-Account starten und Vollzeitinfluencer werden.

Da das bei mir wohl eher nichts wird und auch nicht mein Lebensziel ist, dachte ich mir, dass ich aber ja meinen schon existenten und etwas verstaubten Blog dazu nutzen könnte, um dennoch für das ein oder andere Buch, das mir richtig gut gefallen hat, eine Empfehlung zu schreiben.

Womit wir auch schon beim Thema wären.

Im Januar las ich Anja Jonuleit’s „Der Apfelsammler“. Das Buch lag irgendwo bei meinen Eltern auf einem Stapel ungelesener oder gelesener Bücher. Ich las den Klappentext durch: „Hannah hatte das umbrische Haus ihrer verstorbenen Tante Eli eigentlich nur leerräumen und verkaufen wollen. Doch dann stößt sie auf einen Stapel alter Briefe und beginnt zu lesen… Aus den losen Blättern formt sich allmählich eine dramatische Geschichte. Elis Geschichte – die auch Hannahs Leben für immer verändern wird.“

Ich gehöre ja zu der Sorte Buchliebhaber, die mit 90% der Klappentexte wirklich nichts anfangen können. Mir sind die meist zu reißerisch, sodass ich schon gar keine Lust mehr habe, das Buch zu lesen. Diese perfekte, Marketing-technisch ausbalancierte Wahl der Worte kotzt mich an. Da hat sich jemand in einem Verlag ganz genau überlegt, für welche Zielgruppe der Text geschrieben sein muss, damit derjenige dann auch zur Kasse geht und das Buch mitnimmt. Was ist denn, wenn ich nicht zu dieser Zielgruppe gehöre und das Buch trotzdem lese?

So war es auch in diesem Fall. Nach diesem Klappentext müsste das Buch ein seichtes Geschichtchen um eine Frau sein, die in der Vergangenheit ihrer Tante die große Liebe in einem Haus in Italien findet. Das Buchcover unterstrich das nochmals. In Pastellfarben gehalten, mit einem alten Haus, das wohl das erwähnte umbrische Haus darstellen soll.

Egal, ich las das Buch trotzdem – zum Glück. Denn die Geschichte entwickelte sich schnell und war sehr sehr witzig und unterhaltsam geschrieben. Da war nichts übertrieben, nichts zu seicht, sondern alles sehr natürlich. Die Autorin schafft es wunderbar, in einer Sprache zu schreiben, die Bilder im Kopf entstehen lässt. Es ist ein Buch, in das man auftaucht und mit dem man eine Reise macht. In italienische Bars, wo der heiße Espresso in kleinen Tassen mit dicken Wänden serviert wird. In ein Apfelgut, auf dem seltene Äpfelbäume wachsen und in der flirrenden Hitze geerntet werden wollen. In ein altes Haus, das knarrt und voller Krimskrams der verstorbenen Tante ist.

Das Buch bringt alles mit, was man sich von einem sommerlichen Roman wünscht: Unterhaltung bis zur letzten Seite, Rätsel, die sich nicht gleich lösen, eine Prise Liebe, aber nicht zu viel und ohne Kitsch.

Die Instagrammer mit ihren beeindruckenden Profilen vergeben dann auch immer noch Bewertungen. Also guck ich mir das ab und tue es ihnen gleich:

Ich würde dem Buch 4 von 5 Sternen geben. Es ist ein leicht zu lesendes, aber wunderschön geschriebenes Buch, das gut zu einem Glas italienischem Wein passt. Ein Buch für den Sommer, das mir meinen kalten Winter-Januar versüßt hat.

Falls ihr das Buch schon gefallen habt, schreibt mir doch gerne mal, ob es euch gefallen hat. Und falls nicht: Viel Spaß beim Schmökern!

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