Bücherschau: Die linke Hand der Dunkelheit von Ursula K. Le Guin

Als Teenager habe ich ganz viel Fantasy gelesen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich während der letzten zwei Schuljahre durch die acht Romane der Höhlenwelt-Saga von Harald Evers schmökerte und es liebte, in diesem Phantasiewelten zu versinken.

Spätestens an der Uni las ich dann erstens weniger und zweitens keine Fantasyromane mehr. Mein Interesse daran war weg.

Erst kürzlich ist mir das Buch „Die linke Hand der Dunkelheit“ der Amerikanischen Science Fiction Autorin Ursula K. Le Guin aufgefallen. Eine irische Freundin postete etwas dazu auf Instagram, was interessant für mich klang. In dem Buch malt die Autorin nämlich eine Welt aus, in der es keine Geschlechter gibt. Sie versucht, in ihrer Fantasiegeschichte Fragen zu klären: Welche Konflikte bestehen in einer Welt ohne Sexismus? Wie würden die Menschen ohne binäre Geschlechter aufwachsen? Woher stammt die Identifikation der Menschen, wenn Geschlechter mitsamt Geschlechterrollen wegfallen? Gibt es in einer Welt ohne Geschlechter weiterhin Gewalt?

Das Buch riss mich thematisch in seinen Bann, weil die Autorin hier theoretische Fragen des Feminismus versucht zu klären und Fantasy und Science Fiction als Mittel nutzt, um darüber nachzudenken. Spannend, oder?

Das Buch wird in Deutschland von Heyne-Verlag gedruckt und ich habe es in der deutschen Übersetzung gelesen. Den Klappentext seht ihr hier:

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In der Geschichte geht es um Genly Ai, der auf den Planeten Winter fliegt, um die Völker dort dazu zu bewegen, Teil einer Ökumene zu werden. Auf seinen Reisen macht er sich Feinde und Freunde und lernt gleichzeitig viel über die verblüffende Kultur, Biologie und Gesellschaftform dieser geschlechterlosen Völker.

Er selbst ist ein Mann und vergleicht daher immer wieder die Unterschiede zwischen sich und seinen über viele Jahre geübten Denkmustern und den Gethenianern (die Menschen, die auf Winter leben). Alle oben genannten Fragen, werden so im Laufe des Buchs beantwortet. Le Guin macht dies allerdings auf eine sehr subtile und poetische Weise. Wer die Antwort auf die oben stehenden Fragen sucht, muss des öfteren zwischen den Zeilen lesen und nach der Bedeutung der Konversationen im Buch suchen.

Dies macht das Buch herausfordernd und nicht immer leicht zu lesen. Wie bei vielen Fantasyromanen fiel es mir zudem schwer, die ganzen Begrifflichkeiten, mit denen Le Guin wie selbstverständlich um sich wirft, zu verstehen. Dem Buch fehlt eine Art Nachschlagewerk, um dem Leser das zurechtfinden in dieser neuen Welt zu erleichtern. Der Leser wird hier leider nicht an die Hand genommen.

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Außerdem kommt die Geschichte nur langsam in Fahrt. Wenn mich nicht das Thema des Buchs so sehr interessiert hätte, hätte ich es wohl spätestens nach den ersten 100 Seiten weggelegt, als die Geschichte immer noch vor sich hin plätscherte. Wirklich spannend wird die Geschichte nur auf den letzten 100 Seiten. Diese habe ich dann verschlungen, obwohl ich zeitgleich auch noch ein Sachbuch las.

Das ist schade, denn die Thematik des Buchs ist super spannend. Der Geschichte an sich würde ich allerdings nur 2 von 5 möglichen Sternen geben.

Alles in allem würde ich das Buch mit 3 von 5 Sternen bewerten.

Insgesamt hat mich das Buch dazu gebracht, nun doch auch hin und wieder mal im Bereich Fantasy und Science Fiction zu schauen, was es da so zu lesen gibt. Wenn ihr in den letzten Jahren schöne Bücher aus diesem Genre gelesen habt, schreibt mir gerne eure Tipps in die Kommentare oder über Instagram.

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