Wie du eine Morgenroutine etablierst, die zu mehr Zufriedenheit führt

Sicherlich kennst du auch das Gefühl, wenn man nach einem anstrengenden Tag im Büro nach Hause kommt und überhaupt keine Motivation mehr für nichts hat. Man will jetzt keinen Sport mehr machen, obwohl man sich das vorgenommen hat. Auch das Abendessen muss vor allem schnell gehen. Und die privaten Projekte – egal ob das Bloggen, Malen, Basteln, oder sonst was – werden nicht weitergeführt. Die eigene Disziplin reicht gerade noch aus, um nicht stundenlang Serien auf Netflix zu streamen, sondern ein Buch zu lesen.

Mir geht das auch so.

Seitdem ich angefangen habe zu arbeiten, musste ich eine Sache lernen: An Werktagen bin ich abends manchmal müde und gestresst. Sicherlich nicht jeden Tag, aber diese Abende gibt es. Und das, obwohl ich meinen Job echt gerne mache. Er ist spannend, aber genauso fordernd und anstrengend und ich muss ständig an mir arbeiten und wachsen.

Nun möchte ich aber nicht, dass diejenigen Dinge, die mir persönlich gut tun, in meinem Leben zu kurz kommen.

Regelmäßiger Sport, kreatives Arbeiten, Schreiben, Meditieren – das sind alles Übungen, die mir zu mehr Ausgeglichenheit, Glück und Zufriedenheit verhelfen. Wenn diese Übungen über einen zu langen Zeitraum zu kurz kommen, dann tut das meiner mentalen und körperlichen Gesundheit nicht gut.

Die Lösung, die ich für mich gefunden habe, ist, zumindest manche dieser Übungen in meine Morgenroutine zu integrieren. Anstatt nach einem anstrengenden Arbeitstag noch im Kopf zu haben, dass ich heute unbedingt noch Sport machen sollte und ein paar Zeilen in mein Tagebuch schreiben sollte, bin ich dazu übergegangen, diese Dinge morgens zwischen dem Aufstehen und dem Arbeitsbeginn zu machen.

Das hat mehrere Effekte:

  1. Sie werden gemacht.
  2. Ich starte den Tag mit Dingen, die mir gut tun.
  3. Diese Routine gibt mir Rückhalt für den ganzen Tag und für alle Herausforderungen, die während des Tages auf mich zukommen werden.
  4. Ich habe nach der Arbeit weniger Dinge, die ich noch machen sollte, um mich um mich selbst zu kümmern, und kann einfach den Abend genießen.

Früher wollte ich immer so früh wie möglich mit der Arbeit beginnen, damit ich nach der Arbeit mehr Zeit für diese Dinge habe. Gemacht habe ich sie aber dennoch nicht.

Ich musste erst lernen, wie ich ticke und wann ich was gerne mache und was mir eigentlich gut tut. Und letztendlich musste ich einsehen, dass es mich am glücklichsten macht, wenn ich täglich etwas für mich selbst tue und zwar egal ob morgens oder abends.

Da ich es abends leider nicht schaffe, muss es also morgens sein. Und das ist mir inzwischen so wichtig, dass ich dafür sogar später mit der Arbeit beginne und abends später den Arbeitsplatz verlasse.

Es ist gut möglich, dass dies nicht die richtige Lösung für dich ist!

Wir sind alle anders. Vielleicht bist du ein totaler Morgenmuffel und hast überhaupt kein Problem damit, dich abends zu motivieren. Oder du baust die Dinge, die dir gut tun, lieber in deine Zubettgeh-Routine ein. Alles super! Aber nur, wenn du es schaffst, täglich etwas für deine mentale Gesundheit zu tun. Das ist das Ziel des Ganzen.

Wenn das nicht der Fall sein sollte, könnte eine Morgenroutine also auch für dich eine Möglichkeit sein, täglich etwas für dich selbst zu tun.

Wie du eine Morgenroutine erstellst:

  1. Zuallererst musst du für dich herausfinden, welche Übungen Teil deiner Morgenroutine werden sollen. Das geht nur über Reflektion und Ausprobieren. Was tut dir gut? Was gibt dir Glücksgefühle? Welche Übungen führen bei dir zu mehr Ausgeglichenheit und Zufriedenheit? Weiter unten habe ich eine unvollständige Liste mit allem möglichen Übungen erstellt, die dir etwas Inspiration geben soll. Sieh es als Hilfestellung bei deinen Überlegungen. Vielleicht möchtest du aber auch etwas ganz anderes machen, um den Tag positiv zu beginnen.
  2. Überlege dir, wie viel Zeit du deiner Morgenroutine widmen möchtest. Das hängt natürlich von äußeren Faktoren ab, wie zum Beispiel deinem Arbeitsbeginn oder auch der Uhrzeit, wann du abends ins Bett gehst. Du solltest auf jeden Fall darauf achten, genügend zu schlafen. Da es die meisten von uns nicht schaffen, vor 22 Uhr ins Bett zu gehen, macht es wenig Sinn, deine Morgenroutine so lange zu gestalten, dass du dafür schon um 4 Uhr morgens aufstehen müsstest. Es gibt aber auch Beispiele von Leuten, die genau das tun und dafür schon um 20 Uhr ins Bett gehen. Ich fange zwischen 8.30 und 9 Uhr an zu arbeiten und stehe zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr auf. Insgesamt bleibt mir für meine Morgenroutine etwa 1,5h. Wenn es bei dir nur 30 Minuten sind, ist das auch okay.
  3. Schreibe einen Plan. Mir hat es total geholfen, die Morgenroutine, die ich etablieren möchte, in mein Notizbuch zu schreiben. Ich habe die Uhrzeit, zu der ich aufstehen möchte notiert und daneben „Wecker klingelt“. Fünf Minuten später das Stichwort „Aufstehen“. Und so habe ich einen detaillierten Plan mit allen Schritten aufgezeichnet. Das hilft vor allem zu Beginn, wenn der neue Ablauf noch keine Routine ist, nichts zu vergessen und wirklich alles in der richtigen Reihenfolge zu machen.
  4. Beginne mit deinem Ablauf und ändere ihn für mindestens 2-3 Wochen nicht ab. Es ist wichtig, dass du die Schritte jeden Tag in der gleichen Reihenfolge machst. Nur dann wird alles zur Routine und du musst irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken.
  5. Alle paar Wochen kannst du einen kleinen Rückblick machen und die Routine anpassen. Mir ist zum Beispiel auf meiner letzten Reise bewusst geworden, dass ich unbedingt mehr Bewegung in meine Morgenroutine einbauen möchte, weil ich abends einfach viel zu selten Motivation dazu habe. Routinen dürfen sich ändern, aber vergiss nie, dass es eine Weile dauert, bis der neue Ablauf zur Routine wird. Gehe daher achtsam mit deinen Entscheidungen und Änderungen um und überlegen dir genau, ob du etwas änderst.

Diese Erfahrungen und Tipps möchte ich noch mit dir teilen

Ich habe nun seit einer ganzen Weile eine Morgenroutine. Sie gibt mir Kraft. Über die Zeit habe ich einiges gelernt:

  1. Es macht Sinn, klein anzufangen: Als ich das allererste mal versuchte, eine Routine zu entwickeln, was ich viel zu ehrgeizig. Ich habe die Routine endlos lang gestaltet und musste dafür viel zu früh morgens aufstehen. Letztendlich habe ich nicht lange durchgehalten und aus der Übung wurde nie eine Routine. Es macht daher mehr Sinn, erst mal nur mit einer kleinen Sache anzufangen, z.B. den Ablauf von Aufstehen, Waschen, Tee machen, und einer einzelnen Achtsamkeitsübung festzulegen, und dass dann eine Zeit lang zu üben. Wenn das klappt, kann man es durch eine weitere Sache ergänzen. Und so weiter.
  2. Nur eine Übung zu machen ist besser als gar keine zu machen! Klein anfangen ist also genau das richtige. Mach es dir selbst so leicht wie möglich.
  3. Die ersten Wochen kosten ein bisschen Disziplin. Genau deswegen lohnt es sich, sich nicht gleich zu viel vorzunehmen. Damit erleichterst du es dir, den Grundstein zu legen. Sobald der erste Ablauf zur Routine geworden ist, ist es umso einfacher, diesen zu erweitern.
  4. Finde heraus, was DIR wichtig ist. Ich habe mich beim Erstellen meiner ersten Routine viel zu sehr von anderen beeinflussen lassen. Auf YouTube gibt es tausende Videos von allen möglichen Leuten, die ihre Morgenroutine abgefilmt haben. Das sieht so perfekt aus und voll aufwändig. Denk immer daran, dass es hier nur um dich geht. Du brauchst niemandem etwas zu beweisen. Wenn deine Morgenroutine letztendlich nur daraus besteht, noch etwas zu essen, bevor du das Haus verlässt, und das aber schon besser ist als vorher, dann ist das super!

Meine Morgenroutine sieht im Moment folgendermaßen aus:

  • 7.30 Uhr: Wecker klingelt
  • 7.35 Uhr: Aufstehen, Fensterläden öffnen, Zimmer lüften, Bett machen, Toilettengang
  • 7.40 Uhr: Zähneputzen, Gesicht mit Wasser waschen, Medikamente nehmen, Gesicht abtrocknen, Gesicht einölen, Haare kämmen, evtl. Zopf machen, Deo benutzen
  • 7.50 Uhr: Kleider, die am Vorabend hergerichtet wurden, anziehen und Fenster schließen
  • 7.55 Uhr: Morgenspaziergang/Yoga/Workout/Joggen/Stretching
  • 8.20 Uhr: Falls nötig kurze Dusche, Kleider, die ich am Vorabend hergerichtet habe, anziehen
  • 8.25 Uhr: Kaffee machen
  • 8.30 Uhr: Journaling (Dankbarkeitsübung, To Dos des Tages ansehen)
  • 8.35 Uhr: Bereit für die Arbeit

Dies geschieht alles immer in derselben Reihenfolge, genau wie beschrieben. Im Prinzip schlafwandle ich morgens durch meine Routine und habe null Anstrengung dabei. Gleichzeitig tue ich gleich mehrere Dinge für meine Gesundheit und mein Well-Being.

Und ich muss nicht gleich morgens Entscheidungen treffen. Insbesondere die Wahl der Kleider am Morgen hat mich früher Zeit und Energie gekostet. Die Kleider am Vorabend herauszusuchen war für mich ein Game-Changer. Es kommt fast nie vor, dass ich dann morgens mit dem ausgesuchten Outfit nicht zufrieden bin, und ich habe morgens eine Sache weniger, um die ich mich kümmern muss.

Wichtig ist mir morgens zudem, dass die Routine ein bisschen Bewegung und ein wenig Zeit für Reflektion enthält. Das war aber nicht immer so. Ich habe auch mal eine Zeit lang Morning Pages geschrieben, habe jeden Morgen ein Stretching gemacht, und eine Zeit lang habe ich morgens immer gebloggt.

Die Morgenroutine habe ich immer wieder an meine Bedürfnisse und meine Lebenssituation und meinen Rythmus angepasst. Wichtig ist mir lediglich, dass sie lange genug gleich bleibt, damit sie tatsächlich zur Routine wird.

Deiner Morgenroutine steht also nichts mehr im Weg!

Falls du allerdings noch etwas Inspiration brauchen solltest, was du alles in deine Routine einbauen könntest, habe ich hier einige Übungs-Ideen für mehr Achtsamkeit, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit gesammelt:

  • Meditationen
  • Spaziergänge
  • Sport, z.B. Yoga, ein Workout, Stretching, Joggen – Hauptsache, es macht Spaß
  • Morning Pages: 15 Minuten einfach alles aufschreiben, was einem in den Sinn kommt. Das sorgt für mehr Kreativität und sortiert das Gedankenchaos. Ist übrigens auch eine tolle Übung für die Routine vor dem Schlafengehen.
  • To Do Liste für den Tag schreiben
  • Etwas notieren, wofür man dankbar ist
  • Träume aufschreiben
  • Musizieren
  • Kreativ sein: Schreiben, malen, bloggen, basteln
  • Aufräumen (sortiert den Geist gleich mit!)
  • Putzen, Wäsche waschen, Heimarbeit
  • Zeitung oder ein paar Seiten in einem guten Buch lesen

Ich hoffe, der Artikel war für dich hilfreich und hat dich vielleicht ein bisschen inspirieren können, gesunde Routinen zu entwickeln! Solltest du Fragen haben, schreib es gerne unten in die Kommentare oder kontaktiere mich auf Instagram, dann können wir uns austauschen.

Macht’s gut,

eure Sarina

3 Gedanken zu “Wie du eine Morgenroutine etablierst, die zu mehr Zufriedenheit führt

  1. Danke für deinen hilfreichen Beitrag! Ich selbst habe gemerkt, dass ich ohne meine Morgenroutine gleich viel schlechter in den Tag starte. Es macht für mich persönlich wirklich einen großen Unterschied, ob ich mir morgens etwas Zeit für mich nehme, oder direkt in den Tag hechte.
    Also mache ich morgens Yoga und beim Frühstück mache ich ein oder zwei Sudoku. Und schon starte ich viel entspannter in den Tag 🙂
    Deine Tipps haben aber auch mir noch ein paar weitere Inspirationen geben können. Danke!

    Liebe Grüße
    Janne von LYREBIRD

    Gefällt mir

    1. Hallo Janne,
      Danke für deinen Kommentar! Freut mich, dass ich dir etwas Inspiration geben konnte.
      Mir geht es genau so wie du beschreibst. Es gibt nichts schöneres, als den Tag entspannt zu starten. Morgens keine Entscheidungen treffen zu müssen, sondern sich ganz behutsam im Tag zurechtzufinden ist ein Geschenk.
      Ich find’s interessant, dass du morgens Sudokus machst! Das höre ich zum ersten mal, dass das jemand in seine Morgenroutine einbaut.
      Liebe Grüße
      Sarina von afriendlysoul

      Gefällt 1 Person

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