Bücherschau: Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde

„Die Geschichte des Wassers“ ist das zweite Buch, das ich von Maja Lunde lese. Mein erstes Buch von ihr war das vielgepriesene „Die Geschichte der Bienen“. Dieses tolle Buch über das Riesenthem Bienensterben las ich vor 2 Jahren und fand es ganz hervorragend.

Als ich daher vor zwei Monaten im Online-Store meines Buchladens stöberte, kaufte ich mir das neue Buch „Die Geschichte des Wassers“ ganz spontan und las es innerhalb von 2 Wochen auf meinem Tablet.

Das ist für mich schnell. Da ich tagsüber fast nie lese, sondern immer nur ein paar Seiten, bevor ich schlafen gehe, brauche ich für die meisten Bücher länger als andere. Tagsüber habe ich meistens einfach nicht die Ruhe zum Lesen. Für die meisten Romane brauche ich daher 3-4 Wochen (natürlich immer je nachdem, wie dick die Bücher sind).

Der Aufbau des Buches erinnert an die Geschichte der Bienen. Wiedermal erzählt Lunde die Geschichten von mehreren Protagonisten, die zu unterschiedlichen Zeiten leben. Einmal gibt es da Signe, eine eigenwillige Umweltaktivistin, die selbst ihre engsten Freundschaften und Beziehungen für den Schutz eines norwegischen Gletschers aufs Spiel setzt. Und dann die Geschichte von David, der mit seiner Tochter aufgrund der dreijährigen Dürre dazu gezwungen ist, zu fliehen.

Immer abwechselnd bekommen wir Leser Einblicke in das Leben der Protagonisten und auch in deren Vergangenheit. Diese gibt uns nämlich nach und nach die Erklärungen für das Verhalten der Protagonisten.

„Die Geschichte der Bienen“ empfand ich als langwierig und auch die Geschichten etwas weit hergegriffen – es war nicht mein Lieblingsbuch. „Die Geschichte des Wassers“ dagegen war ab der ersten Seite spannend und mitreißend. Die Geschichte ist teils dramatisch, was aber meines Erachtens zur Ernsthaftigkeit des dahinter stehenden Themas der Wasserknappheit und der Klimakrise passt.

Lunde zeigt in ihrem Roman zwei ganz konkrete Beispiele von Menschen, die direkt von der Klimakrise betroffen sind und macht dadurch dieses abstrakte Thema greifbar. Durch ihre Geschichte wird nachvollziehbar, warum jeder einzelne von uns die Klimakrise ernst nehmen muss, denn ihre Folgen werden selbst die reichsten treffen.

Besonders gut gefallen haben mir die Szenen zwischen David und seiner Tochter. David, der versucht, die Hoffnung nicht aufzugeben, auf sein Kind aufzupassen, die Moral nicht zu verlieren. Und die Tochter, die viel zu erwachsen ist, weil sie auf der Flucht kein Kind sein kann, und plötzlich doch wieder zum Kind wird, als es endlich mal für einen Nachmittag an etwas anderes als die Flucht denken kann. Diese Szenen sind wirklich herzzerreißend und angesichts der Millionen Flüchtlinge weltweit brandaktuell.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen möglichen Sternen

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